Berichte aus der Jugend
Sorgfältige Lebensführung
Jugendprogramm am Rosenmontag 2010 Sonntag, 04.04.2010
Nachdem im Jahre 2009 wegen des EJT2009 keine Jugendaktivität am Rosenmontag stattgefunden hatte, lebte die über 50jährige Tradition in diesem Jahr wieder auf. Nicht nur aus dem Arbeitsbereich NRW Süd sondern aus ganz Nordrhein-Westfalen waren fast 200 Jugendliche und ihre Begleiter am Montag, 15. Februar 2010, nach Köln-Ehrenfeld gekommen.
Auf dem Weg zur Kirche, so Apostel Otten, habe er sich Gedanken darüber gemacht, dass dieser Tag in Köln ein Tag ausgelassener Freude sei. Um so erstaunlicher sei es, dass viele junge Menschen sich hier in der Kirche zu einem Gottesdienst zusammengefunden hätten. Das sei für ihn schon etwas Besonderes.
Eingehend auf den Vortrag des Jugendchors „Habe deine Lust am Herrn…“ (CM 366a) griff der Apostel den Liedtext „Befiehl dem Herrn deine Wege“ in seiner Predigt auf. Das sei eine Lebensentscheidung, seine Wege dem Herrn anzuvertrauen. Sie sei eng mit dem Glaubensziel, der Wiederkunft Christi verbunden. Und um dieses Ziel zu erreichen gebe es nur den einen Weg in Jesus Christus.
Unser Leben – ein unübersehbares Zeichen
Der Apostel zeichnete als Vergleich ein Bild, das er einmal im Spätsommer in Litauen gesehen habe. Dort gab es viele Apfelplantagen, an denen die reifen Früchte als unübersehbares Zeichen leuchteten. So sei die neuapostolische Jugend heute auch in Köln ein unübersehbar; so solle aber auch unser ganzes Lebens unübersehbar auf Christus ausgerichtet sein.
Dass bei der Konfirmation abgegebene Geblübde, uns Gott zu übergeben, müsse sich auch unübersehbar in unserem Leben wiederfinden in dem Gedanken, ihm treu zu sein. Daraus erwachse dann ein unübersehbarer Lebenswandel. Dieser zeige sich
- treu im Glauben; das gibt Halt in Sorgen und unter Belastungen;
- Achtung des anderen; auch im Nächsten wollen wir die von Gott gelibete Seele erkennen;
- Treu in der Hoffnung; das gibt, Mut, Zuversicht und Freude und überstrahlt alle Sorgen
- Friede in Christus; seinen Frieden wollen wir mit in den Alltag nehmen und in unserer Umgebung ausstrahlen;
- treu im Opfer; das führt zu unübersehbarem Segen Gottes in allen Lebensbereichen
Sorgfältige Lebensführung
Als Grundlage des Gottesdienstes hatte Apostel Otten Epheser 5, Vers 15 vorgelesen: „So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise,“
Dieses Wort sei ein Hinweis, so der Apostel, auf eine gottgewollte Lebensplanung. Wir alle haben Leben aus Gott erhalten, damit wollen wir sorgfältig umgehen. Der Hinweis im Bibelwort „wie ihr eurer Leben führt“ mache deutlich, dass die Lebensgestaltung persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen ist. Diese Entscheidungsfreiheit möchte uns der Fürst dieser Erde nehmen, damit wir fremdgesteuert wären. Manche Geister wollen diese Steuerung an sich entreißen und damit unser Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. Wir wollen uns unsere Lebensplanung nicht aus der Hand nehmen lassen, sondern die Entscheidungen selbst im Sinne unseres Glaubens treffen.
Weise handeln
In verschiedenen Bildern machte der Apostel deutlich, was weise Lebensführung bedeutet. Es hat etwas mit Abwägen zu tun. Bei einer Gelegenheit nahm Jesus eine Münze und sagte zu seinen Zuhörern „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! (Matthäus 22, 21). Damit hat er klar gemacht. Alles muss ausgewogen sein. Für uns geht es darum, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Wir wollen unsere irdischen Pflichten gerne erfüllen, aber darüber nicht das Wesentliche, nämlich das Heil der Seele aus den Augen verlieren.
Der verlorene Sohn handelte zunächst unweise, als er das Elternhaus verlies. Irgendwann erkannte er aber sein falsches Verhalten; es war weise, ins Elternhaus zurück zu kehren.
Der reiche Jüngling hatte weise gehandelt; denn er hatte von Kindheit an die Gebote gehalten. Unweise war es, nicht den entscheidenden Schritt in die Nachfolge zu tun.
Zum weisen Handeln gehört auch das sorgfältige Umgehen
- mit der Gesundheit; Alkohol und Drogen sind heute wieder eine Große Gefahr gerade für junge Menschenkonsumier
- mit unserer Zeit; der Begriff „Simultanten“ beschreibt Menschen, die alles gleichzeitig mitmachen wollen. Sie können sich nicht mehr an einer Sache erfreuen.
Ordnung als Grundlage des Lebenskonzepts
In der Bergpredigt hat Jesus mit der Aufforderung „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. (Matthäus 6, 33) die Ordnung in allen Dingen festgelegt. Ordnung ist Grundlage eines weisen Lebenskonzepts. Schon im irdischen Leben ist es wichtig Ordnung zu halten. Ansonsten sucht man z.B. seinen Autoschlüssel immer wieder. Sorgfalt im Umgang mit den Alltagsdingen wollen wir auch über das Glaubensleben übertragen. Wir wollen
- einen festen Platz für unser Gebetsleben in unseren Tagesablauf einplanen;
- die Gottesdienste in unserer Wochenplanung an die erste Stelle setzen;
- unser Opfer – den Zehnten – in unserer Finanzplanung von vornherein berücksichtigen.
Apostel Klaus Zeidlewicz wies auf ein Wort des Bezirksapostels hin: Es sei nicht gut zu beten: Herr, segne mich auf meinen Wegen, sondern zu beten: Herr, zeige mir die Wege, auf denen du mich segnen kannst. Der Liedbeginn „Mit dem Herrn fang alles an“ zeige deutlich den Weg zum göttlichen Segen.
Sorgfalt wendet man auf, wenn um den Wert einer Sache weiß. Man wirft seinen PC nicht einfach mal so in die Ecke… Wir wollen uns klar machen: Man kann auch noch sorgfältiger werden. Dazu wollen wir uns immer mehr bewusst machen, was der Herr für uns getan hat und wo wir hin wollen. Dann sind wir keine Egoisten oder Egozentriker, sondern dankbare Seelen dem Herrn gegenüber. Das ist weise.
Trachten bedeutet nicht sich schieben zu lassen sondern setzt eigene Aktivität voraus. Und für uns ganz konkret zuerst ausgerichtet zu sein auf das Reich Gottes.
Der Apostel griff noch einmal den Hinweis auf den reichen Jüngling auf und merkte an, dass er eine falsche Entscheidung zwischen Reichtum und Nachfolge getroffen habe. Er habe nur den natürlichen Verlust gehen, nicht aber den Reichtum der Nachfolge.
Auch im Hinblick auf die von Apostel Otten angesprochene Opfertreue gab er der Jugend noch einen guten Rat. Es ist wichtig zwischen Opfer und guten Werken zu unterscheiden. Angesichts der gegenwärtigen Naturkatastrophen spenden manche freudig für die Opfer. Solche Spenden sind unzweifelhaft ein gutes Werk. Sie können aber das Opfer nicht ersetzen sondern nur daneben treten.
Bischof Horst Krebs machte noch deutlich, dass die vielen Hinweise nicht nur wertvoll für unser Glaubensleben gewesen seien sondern durchaus auch genutzt werden könnten, um unsere praktische Lebensführung zu verbessern.
Im Hinblick auf die richtige Bewertung der Dinge berichtete er von einem Experiment eines Professors. Er gab den Studenten den Auftrag, einen Glasbehälter zu füllen mit großen Steinen, Splitt und Sand. Nachdem sie Sand und Splitt eingefüllt hatten war kein Platz mehr für die großen Steine. Nun sollten sie umgekehrt vorgehen: zuerst die großen Steine, dann die kleinen und zum Schluss den Sand. Tatsächlich passte alles in den Behälter. Als Quintessenz dieser Geschichte gab der Professor den Studenten mit auf den Weg, sich immer zuerst um die großen Steine, die wirklich wesentlichen Dinge zu kümmern.
Mittagspause
Nach dem Gottesdienst konnten sich die Jugendlichen über Mittag an leckeren Frakfurter Würstchen und Kartoffelsalat stärken. Anschließend hielt Apostel Klaus Zeidlewicz (Bereich NRW-Südwest) einen Vortrag zum in Arbeit befindlichen Grundlagenwerk "Der neuapostolische Glaube" - auch Katechismus genannt. Anschließend wurde noch ein Film einer Jugendgruppe aus Hennef gezeigt.
Mehr als 50-jährige Tradition
Im Jahr 2006 feierte der "Rosensonntag" sein 50-jähriges Bestehen. 2007 hielt Bezirksapostel Armin Brinkmann, Leiter der neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen, den Gottesdienst. Als Gäste waren Bezirksapostelhelfer John Sobottka (Kanada) und Apostel Walter Drave (Norddeutschland) mit dabei.
Alfred Krempf, Köln
